Startseite Informationen über Gastländer

September 2011


Kurzportrait Indien

Indien sieht sich unmittelbaren Gefahren durch Wetterextreme in Folge des Klimawandels ausgesetzt: Indiens Küsten sind dicht besiedelt – Millionenstädte wie Kalkutta oder Mumbai sind durch einen Meeresspiegelanstieg unmittelbar betroffen. Und auch wenn die Niederschlagsmengen der Monsunregenfälle in den letzten Jahren gleich geblieben sind, die Zahl extremer Regenfälle in der Monsunzeit hat zugenommen. Erdrutsche, Überschwemmungen und daraus resultierende Ernteausfälle sind unmittelbare Folgen. Auf der anderen Seite wird Indien von Dürreperioden heimgesucht – mit verheerenden Folgen für Landwirtschaft und Viehhaltung. Um auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren hat die indische Regierung 2008 den National Action Plan on Climate Change (NAPCC) verabschiedet.

Der CDM ist für Indien von großer Bedeutung. Nach China und vor Brasilien ist Indien der Staat mit den zweitmeisten registrierten CDM-Projekten. Derzeit gibt es 714 registrierte Projekte (UNFCCC) und 2069 Projekte mit Host Country Apporval (Stand: September 2011). Der überwiegende Teil der Projekte mit Host Country Approval ist dem Energiesektor zuzuschreiben. Die Sektoren Abfall, Landwirtschaft und Forst hingegen liegen trotz ihres großen Potenzials für Projekte weit abgeschlagen auf den hinteren Rängen.

Seit Dezember 2003 ist die indische DNA „National Clean Development Mechanism Authority“ (NCDMA) aktiv. Angeschlossen an das indische Umweltministerium, stellt sie auf ihren Seiten Hintergrundinformationen zu den indischen CDM-Projekten zur Verfügung, informiert über Antragsbedingungen und leitet das Genehmigungsverfahren (Host Country Approval/ HCA). Heute ist die CDM-Registrierung in Indien die weltweit erste, die vollständig digital, also papierlos, vollzogen werden kann. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern ermöglicht zudem, den gesamten Genehmigungsprozess effizienter und transparenter zu gestalten.

Für Indien ist der CDM bisher ein Erfolg - es hat sich ein beachtlicher Beratermarkt rund um das Thema entwickelt, wozu auch die CDM-Initiative einen Beitrag geleistet hat. Bei einem konservativen Preis von 6 € pro CER und bei einer rechtzeitigen Registrierung aller CDM-Projekte und Programmes of Activities (PoA) durch UNFCCC werden bis Ende 2012 bis zu 5,3 Milliarden € durch den CDM nach Indien geflossen sein (Quelle: DNA Indien August 2011).

Auch im Rahmen der deutschen CDM/JI-Initiative der Bundesregierung nimmt Indien neben Brasilien, Uganda und der MENA-Region eine besondere Rolle ein. In diesen Staaten sollen Netzwerke geschaffen werden, um den engen und regelmäßigen Kontakt zu den dortigen Unternehmen, Behörden und weiteren Akteuren zu pflegen.

Mit der Etablierung des Netzwerks hat das Bundesumweltministerium die GIZ beauftragt. Länderexperten unterstützen interessierte deutsche Projektentwickler. CDM-Länderexperte für Indien ist Dieter Mutz (E-mail: dieter.mutz@giz.de)

Downloads:

CDM-Markt Kompakt Indien der gtai
CDM-Market Overview der GIZ

Weitere Informationen (Auswahl):

Website der indischen DNA
Informationen der Internationalen Energieagentur (IEA) zu Indien
Website der GIZ-CDM India
Studie der GIZ: Energiemarkt Indien (PDF)
CDM Country Fact Sheet India vom Institute for Global Environmental Strategies (IGES)
TERI: Fast-tracking CDM in Indian States
India-EU Strategic Partnership Joint Action Plan