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Januar 2010


Forschungsvorhaben: Weiterentwicklung der projektbezogenen Mechanismen

Die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls werfen sowohl in der praktischen Nutzung als auch mit Blick auf die Ausgestaltung des „post-2012“-Klimaregimes eine Reihe von forschungsrelevanten Fragestellungen auf. Derzeit werden drei Forschungsvorhaben durchgeführt.

CDM-Methoden

Hiermit soll ein Beitrag zur Methodenentwicklung in den Bereichen geleistet werden, die bislang nicht ausreichend durch den Kohlenstoffmarkt erschlossen werden, zugleich aber ein hohes Emissionsminderungspotential aufweisen.
Hintergrund ist, dass der Markt bisher von Projekten zur Verbrennung von Deponiegas und solchen zur Zerstörung von halogenierten Kohlenwasserstoffen dominiert wird. Bei Energieeffizienz und Verkehr dagegen liegen bisher kaum Methoden vor. Vor allem bei kleinen und mittelgroßen Projekttypen stellt die Methodenentwicklung für Käufer von Emissionszertifikaten und Investoren in Klimaschutzprojekte häufig eine Barriere dar. In einigen Anwendungsfeldern verfügen die Projektentwickler zudem nicht über die notwendige finanzielle und technische Kapazität.
Im Vorhaben sollen die praktischen Anforderungen der Methodenanwendung bei der Umsetzung von Projekten berücksichtigt und Monitoringkonzepte entwickelt werden, die im Gastland multiplizierbar sind.

CDM in der Abfallwirtschaft

Deponiegasprojekte sind meist zusätzlich und werden durch den CDM wirtschaftlich attraktiv. Häufig bleiben allerdings die Emissionsminderungen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Für die Zukunft kommt es darauf an, dass unabhängige Prüfer bereits in der Validierungsphase sorgfältigere Projektionen erstellen.
Technisch betrachtet dominieren bei den bisher registrierten Projekten die Fassung und Abfackelung von Deponiegas ohne energetische Nutzung. Projekte, die auch eine Kompostierung bzw. aerobe Behandlung vorsehen, sind bisher Ausnahmen.
Mit dem Forschungsvorhaben sollen fortgeschrittene Abfallbehandlungstechnologien für die Nutzung im CDM aufbereitet werden, wie die energetische Nutzung von Deponiegas.
Ziel ist, dass Unternehmen sich nicht erst umfangreich in das komlexe Regelwerk des CDM einarbeiten müssen. Auch die abfallwirtschaftlichen Rahmenbedingungen vieler Gastländer sowie deren Beratungsbedarf in diesem Bereich sollen mit dem Vorhaben aufgearbeitet werden. Denn in vielen Gastländern verhindern komplizierte Entsorgungsstrukturen und Risiken bei der Finanzierung eine nachhaltige und langfristig wirtschaftliche Lösung.

Qualitätsanforderungen für Klimaschutzprojekte

Im November 2008 wurde das Forschungsvorhaben „Further Development of the Project-Based Mechanisms in a Post-2012 Regime“ gestartet. Das Wuppertal Institut hat im Auftrag des BMUB Best Practice in Bezug auf Nachhaltigkeit bei herkömmlichen Projekten sowie bei Projekten aus dem Gold Standard Registrierungsverfahren untersucht. Zudem wurden die Genehmigungsverfahren der nationalen DNAs analysiert.
Hintergrund für dieses Vorhaben ist die gegenwärtige Kritik an fehlender Zusätzlichkeit und Nachhaltigkeit des CDM sowie das Bestreben sowohl auf EU-Ebene als auch im internationalen Kontext, Mechanismen innerhalb des CDM-Projektzyklus zu entwickeln, die zukünftig verstärkt die Qualität des Instruments gewährleisten.
Wesentliche Zielsetzung des Forschungsvorhabens war es zu analysieren, ob die Anforderungen des Gold Standard praxistauglich sind, d.h. ob diese tatsächlich zu qualitativ höherwertigen Projekten führen. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse sollte eruiert werden, mit welchen praxiserprobten Mechanismen der CDM in seiner Qualität weiter gestärkt werden kann.
Dieses Forschungsvorhaben ist abgeschlossen, der Endbericht liegt als PDF-Datei vor:
Studie CDM post 2012.

Weitere Informationen:

Über die Ergebnisse der Forschungsvorhaben wird laufend im JIKO-Internetportal berichtet.



Monitoring-Messungen bei einem Deponiegasprojekt; Foto: Viana/UNFCCC photo contestMonitoring-Messungen bei einem Deponiegasprojekt; Foto: Viana/UNFCCC photo contest